23 Neonazis laufen auf dem Bürgersteig

24. Juni 2015 | News Redaktion

Tja, was soll man zum gestrigen Tag (16. Juni) sinnvolles schreiben?

Um 18:30 Uhr sammelten sich 30-40 Antirassist_innen vor dem Bürgeramt Hohenschönhausen, um die ankommenden Neonazis gebührend zu empfangen und ein klares antirassistisches Zeichen im Kiez zu setzen. Auf Transparenten und mit Parolen wurde "Neue Nachbar*innen willkommen heißen" und "Wohnungen für alle" gefordert.
Kurz vor 19:00 Uhr sammelten sich dann die ersten Neonazis. Ein knappes Dutzend stand zwischen den Büschen versteckt. Als sich dann um 19:15 die Polizeiwagen formierten, hielten wir das erst für einen Witz - und das war es dann auch:
Ganze 23 Neonazis, angeführt von Jens Irgang mit Megafon, hielten ihre Anti-Flüchtlings-Demonstration durch Hohenschönhausen auf dem Bürgersteig ab. Um auf diese 23 Personen zu kommen, hatten sie Neonazis aus Pankow, Marzahn und Lichtenberg herangekarrt. Die begleitende Polizei war so zahlreich, dass jeder Neonazi von zwei Beamt_innen links und rechts an die Hand hätte genommen werden können.

So beschlossen die Teilnehmer_innen der antirassistischen Kundgebung, um 19:30 ihre Versammlung zu beenden. Um diesen Haufen Neonazis lächerlich zu machen, braucht es uns nicht. Das schaffen sie mit ihrer Perfomance ganz alleine.

P.S.: Im Bericht der Neonazis heißt es "Hohenschönhausen wehrte sich gegen den Asylwahnsinn - Doppelt soviel Leute als wie angekündigt trafen sich am roten Netto um gegen die Überfremdungspolitik in Hohenschönhausen und anderswo zu demonstrieren."
Der Bericht ist garniert mit einem Bild, auf dem zwei Neonazis zu sehen sind. Ok, wer seine Ansprüche niedrig ansetzt, kann später wahre Erfolge verkünden.

Erstveröffentlichung auf Antifa Infoportal Lichtenberg via Facebook am 17. Juni 2015

Chronik der rassistischen Mobilisierungen und der Gegenproteste in Berlin