Samstag: Antifaschistische Fahrrad-Demo nach Falkenberg

20. Januar 2015 | News Redaktion

Bis Frühling 2015 will der Berliner Senat in den Stadtteilen Pankow, Lichtenberg, Marzahn, Lichterfelde und Köpenick Containerunterkünfte für Geflüchte eröffnen. Dagegen demonstrieren seit Monaten organisierte Neonazis mit rassistischen Bürgern in Marzahn, Buch und Köpenick.

Durch die Häufigkeit dieser rassistischen Proteste ist ein Bild entstanden, dass wir so nicht stehen lassen wollen. Es gibt viele Menschen die sich für Geflüchtete einsetzen und sich mit ihnen organisieren. Diese Solidarität bleibt oft unsichtbar, da sie sich nicht in abendlichen einschüchternden Brülldemonstrationen, sondern in nachhaltiger Unterstützungsarbeit (Übersetzung, Unterricht, Ämterbegleitung, uvm.) äußert.

Wir wollen gemeinsam mit euch für eine offene Gesellschaft und gegen Rassismus demonstrieren und laden euch am 24.01.2015 zu einer antirassistischen Fahrradtour von Neu-Hohenschönhausen nach Falkenberg ein.

Warum jetzt Falkenberg?

Auch in dem Dorf Falkenberg, welches zu Hohenschönhausen gehört, soll eine Containerunterkunft entstehen. Seit dem Bekanntwerden wurden mehrfach tausende rassistische Flyer im Bezirk verteilt. Diese Stimmungsmache mündete am 16.12. in eine Demonstration. Sowohl Organisatoren und Anmelder der Demonstration als auch Redner wurden von der NPD gestellt. Die Demonstrationsstruktur und ein größerer Teil der Teilnehmer*innen kann dem organisierten Neonazi-Spektrum zugeordnet werden. Unter dem Deckmantel der „besorgten Anwohner*innen“ docken Neonazis immer wieder an rassstische Ressentiments in der Bevölkerung an.

So z.B. in Marzahn, wo sich bis zu 1000 Bürger*innen mit Neonazis verbündeten.
Dabei wird ein Klima der Einschüchterung, des Hasses und der Gewalt geschaffen. Um dem entgegenzuwirken und es in Falkenberg nicht so weit kommen zu lassen, wollen wir frühzeitig zeigen, dass wir Geflüchtete willkommen heißen.

„1.280 Einwohner – 480 Flüchtlinge. Wie soll’s funktionieren?“

Die Unterbringung von Menschen in Heimen und „Lagern“ ist entwürdigend. Es ist jahrelang politisch versäumt worden genügend sozialen Wohnraum zu schaffen um eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten zu ermöglichen. Stattdessen werden Containerunterkünfte und „Traglufthallen“ errichtet, die die häufig eh schon diskriminierten Menschen erneut stigmatisieren und sich von Beginn an unerwünscht fühlen lassen. Währenddessen schreitet die Privatisierung des Wohnungsmarktes in großen Schritten voran.

Migration hat viele Ursachen

Es gibt viele Gründe warum Menschen, die Länder in denen sie aufgewachsen sind verlassen. Das kann politische Verfolgung, Krieg, Krankheit, Armut, Mangel an Bildung, Liebe, Neugierde und Unzähliges mehr sein.

Die oft vollzogene Einteilung in „Wirtschaftsflüchtlinge“ und „Kriegsflüchtlinge“, sowie in „sichere“ und „unsichere Herkunftsländer“ ist Ausdruck von Rassismus und Diskriminierung von Armut. Verantwortungsvolles und menschliches Handeln muss über Staatsgrenzen und soziale Unterschiede hinausgehen. Für uns ist es egal, aus welchen Gründen Menschen nach Deutschland kommen. Globale Bewegunsfreiheit und Bleiberecht sollten selbstverständlich sein.

Auf zur gemeinsamen Fahrradtour!

Am 24.01.2015 organisieren wir mit allen Interessierten eine Fahrradtour durch Neu-Hohenschönhausen. Packt eure Fahrräder ein und kommt um 12 Uhr zum Prerower Platz (am Linden Center).

Wir freuen uns auf euch!

Gemeinsam gegen Rassismus! Kein Mensch ist illegal!

24.01.2015 - 12.00 Uhr - Prerower Platz
Vortreffpunkt: 11.00 Uhr - S-Landsberger Allee

In Amschluss:
Antifa-Demo im Prenzlauer Berg nach Hogesa-Treffen
Sa, 24.01.2015 | 17:00 Uhr | S-Bahnhof Greifswalder Straße (Prenzlauer Berg)

Erstveröffentlichung auf Antifa Hohenschönhausen am 30. September 2020

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