Die "Wahrheit" der Lichtenberger AfD

23. August 2016 | News Redaktion

Aktuell ist in der Onlinezeitung "Lichtenberg Marzahn Plus" ein Artikel zur AfD erschienen. Darin kommt auch der Lichtenberger AfDler Karsten Woldeit zu Wort. Er wird zu den beiden Lichtenberger AfDlern mit extrem rechtem Hintergrund befragt.

Einer der beiden Mitglieder ist Kay Nerstheimer, der in Hohenschönhausen sowohl für das Abgeordnetenhaus als auch für die Bezirksverordnetenversammlung antritt. Im Internet trat Nerstheimer 2012 als Berliner Chef der sogenannten "German Defence League" auf, einer islamfeindlichen Bewegung, die der Bremer Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft. Wörtlich erklärte Nerstheimer, er wolle die Organisation als Miliz aufbauen. Das zweite Mitglied, Heribert Eisenhardt, war als Pressesprecher der Bärgida aktiv und hat an Neonazi-Demonstrationen in Marzahn-Hellersdorf teilgenommen.

Bereits seit Monaten sind diese Tatsachen bekannt. Karsten Woldeit propagiert in dem Interview wieder seine bzw. die "Wahrheit" der AfD. Es laufe ein Parteiausschlussverfahren gegen Eisenhardt und die Vorwürfe gegen Nerstheimer werden angeblich geprüft. Verschwiegen wird dabei munter, dass Eisenhardt noch weiter in den Strukturen in Lichtenberg wie den monatlichen Stammtischen integriert ist und auch ein Ausschluss durch das Schiedsgericht nach mehreren Monaten bislang nicht realisiert worden ist. Aus AfD-Kreisen heißt es laut TAZ, das momentane Schiedsgericht sei aufgrund politischer Zerwürfnisse entscheidungsunfähig. Folglich hat Eisenhardt aktuell scheinbar nichts zu befürchten.

Auch die Prüfung von Nerstheimer innerhalb von fast zwei Monaten scheint für die AfDler ein ernsthaftes Problem zu sein. Und dies obwohl sämtliche Punkte zu Nerstheimer persönlich von ihm oder auf seiner persönlichen Facebookseite veröffentlicht worden sind.

Beide Personalien zeigen, dass entgegen offizieller AfD-Stellungnahmen zu "Extremismus und AfD" die Ernsthaftigkeit einer Klärung bezweifelt werden kann. Mitglieder mit extrem rechtem Hintergrund und rassistischen Einstellungen gehören eben doch zur AfD - insbesondere zum Lichtenberger Verband. Da hilft auch nicht die bürgerliche Maske anderer Protagonisten.

Erstveröffentlichung auf Antifa Hohenschönhausen am 19. November 2019

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